Judith tötet Holofernes - Gedicht zum Gemälde

Mein Gedicht hat rein gar nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun. Es drückt nur aus, was ich in diesem Bild sehe und wie ich mir die Szene vorstelle, ihre Leute, ihren Hintergrund. Für mich sieht Judith wie eine Lustmörderin aus, mit ihrer Dienerin im Hintergrund. Alles sieht so sanft aus…nichts außer das Messer und die Leiche erinnern an Mord.

Stiller Mord…

Ein Flüstern, wie ein sanftes Liebeslied

Doch kündigt an den Lebensdieb

Süße Stimme, süß wie der Tod

Ein heller Ton, doch dunkelrot

Der Engel mit der zarten Klinge

Kommt näher, Schritte wie Schwinge

Sein Opfer ruht im Schlaf

Ob sie seine Träume stören darf?

Er erwacht, geweckt vom Engelsklang

Sieht ihre Augen, einen Augenblick lang

Welch Ruhe in der Stille liegt

Doch etwas geschieht, das Gott nie vergibt

(Stilistischer Umbruch; nach dem Mord)

Ihr Lachen erst still

Wird laut und schrill

Das Schweigen zerbricht

Zerstört das Engelsgesicht

Die Alte schreit

“Es ist soweit!”

Das Leben ist besiegt

Und die Macht, so geliebt

Lässt dich, statt zu ruh’n

Solch Böses tun

So schwarz und dunkel

Man hört das Gemunkel

“Wer vollzog den Mord?”

Hier, an diesem Ort

Wer sitzt an des Todes Seit’

Wer ist sein gottverlassenes Weib?

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Abschied von Sidonie

Nun, man stelle sich vor, man lebt in einem kleinen östereichischen Dorf, zu Zeiten des 2. Weltkrieges und Folgendes ist passiert: Die Magd Franziska Sieder wurde in einem Schuppen mit einem polnischen Arbeiter erwischt. Die Folge: Er wurde von zwei seiner Landsleute auf Befehl hin erhängt, sie bekam die Haare kahl geschoren und musste mit einem Schild um den Hals durch den Ort laufen - „Während deutsche Soldaten an der Front stehen, buhle ich um einen Polen.“.  Die Dorfleute sind begeistert von der “Aktion”.

Und dann ist da dieses Gedicht:

Die vier Aspekte:

Ich habe gehört hier ist was los

Was machen die denn da bloß

Kinder hör ich schreien und andere Lachen

Was machen die denn mal wieder für Sachen

Dann sehe ich sie und sie sieht wirklich witzig aus

Kleine Schlampe, ja jetzt ist deine Story raus

Hättest eben so etwas nicht tun dürfen, zu dieser Zeit

Schämen solltest du dich, das ging nun wirklich zu weit

Und du siehst ja zu was das führt, er tot und du hier

Und genau über dich und deinen Anblick lachen wir

Ja, ein großes Ereignis, alle Blicke drauf gerichtet

Eine Frau wurde zur Schau gestellt gesichtet

Die Kinder lachen und rennen um die Wette

Welch Ödnis, wenn sie nicht gesündigt hätte

Die Laune steigert sich, im Dorf ist Tumult

Ihre Bestrafung ist legendär, sie ist Kult

Kult, was bedeuten da schon, wenn es so ist

Es ist etwas, das einem die Würde nimmt

Sich das Recht aneignet, an Gottes Stelle zu richten

Über Gut und Böse, Leben und Tod bestimmt

Eine Gruppe oder die ganze Menschheit zu vernichten

Und seine eigene bloße Wertigkeit vergisst

Ich bin die die hier steht

Ein Mensch

Es ist als ob es nie vergeht

Die Zeit

Schamlos seid ihr, seht ihr nicht, innerlich, ich sterbe

Der Tot

Bedeuten euch nichts, weil ich um den falschen werbe

Ihr Mörder

Habt meine Liebe umgebracht, und mein Herz auf dem Gewissen

Was denkt ihr euch

Nein, ihr habt keine Gefühle, ihr werdet diese „Tier“ nicht vermissen

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