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  • Cassy aus der Sonne, Juni im Herbst

Come on, come all And have a dance on broken glass

Hallo liebe nicht-existierende Leser.
Hier bin ich wieder. :)

Nach einer langen Pause (defierniere “lang”) habe ich mich dazu entschlossen, wieder etwas zu bloggen. Doch was genau, weiß ich bis jetzt noch nicht, deshalb verlass’ ich mich einfach darauf, dass mir schon irgendwas sinnloses oder sinnvolles einfallen wird.

Gearde höre ich die Donots, die für mich irgendwie die Incubus ersetzt haben - beide machen Musik, die auf mich wirkt, als hätte die Band sich gerade mal in ihrer Garage zu einer kleinen Bandprobe getroffen und sie hätten sich ihre heißgeliebten Instrumente geschnappt und das getan, was sie wirklich können, fernab von dem, was sie müssen. Einfach coole Musik. :) Wenns nach mir ginge, dann wäre das Garagenrock, aber da sind die Musikkritiker (also die, die Ahung haben) und ich nicht einer Meinung. -.- Oder Freiheitsrock. Was ist denn mehr Freiheitsbezeichnend als das zu tun, was man will (und man damit noch andere glücklich macht ^^).

Auch wenn’s für mich jetzt die Donots gibt, heißt das nicht, dass Incubus nicht zu empfehlen sind - im Gegenteil. Sie machen absolut umwerfende, tolle, poetische und rockige Musik. *_* Weiß nicht, wie die Donots da überhaupt mit halten können. ;) Aber wie das immer so ist - alles Neue ist interessant, wie ein Spielzeug, das man geschenkt bekommen hat. Erst ist man total Feuer und Flamme und erst nach einiger Zeit merkt man, was von dem ganzen Kram noch genügend Kraft übrig hat, um einen auch weiterhin zu unterhalten. Doch im Moment habe ich noch keine Lust die Donots in den Schrank zu stellen und so richtig verstauben lassen will ich Incubus auch nicht.

Doch was ist motivierender als Sätze wie “Come on, come all And have a dance on broken glass”?

Naja, sonderlich einladend ist das jetzt vielleicht nicht, aber man muss hinter den Satz gucken also, äh, die Situation einfach ein bisschen übertragen. Ich find’s schöner als sowas wie “Let’s get the party started”.

Es ist fast Nacht.

Na und?

Die ganze Welt schnappt sich Coma Cameleon und fängt an über Glasscherben zu tanzen, oder wenigstens in Gedanken versunken und ganz, ganz frei über das kühle Parkett des Zimmers zu schweben. Oder über den weichen Teppich. Oder die glatten Fliesen.

Hauptsache frei.

Dieses Freiheitsgefühl schleicht sich bei mir immer ein, wenn ich über die Musik nachdenke. Vor allem wenn es dieser Garagen-Freiheitsrock ist. Dann vergesse ich alle meine Sorgen und alles weltliche und ich denke nur noch über das Gefühl nach, das ich spüre.

Ich will jetzt wirklich tanzen. :)))))))))))))))))

Naja, eigentlich will ich raus auf die Straßen, auch wenn ich im Nachtshemd bin und ich will, dass die ganze Stadt von Musik, kleinen Lichtern und dem Duft von Zuckerwatte oder frisch gebackenem Brot erfüllt ist.

Nur leider wohne ich in einem kleinen Kaff, wo Nachts so gaaar nichts los ist, geschweige denn, dass irgendwo Musik spielen würde. Höchstens ganz, ganz sanft vernehmend aus dem Keller welcher bei mir in der Straße. Junge, frische Musik. Oder das leise Ticken, das man nur mit Drumsticks erzeugen kann. Ja, ganz leise. Tick. Tick. Und man ist schon gefasst auf die Bässe, die darauf folgen und das große Tick und ein Bumm und dann ganz viel Tick und Bumm. :) Doch das folgt einfach nicht. Immer nur Tick.Tick.Tick. - was einen wahnsinnig machen könnte. Außer man ist die Stille gewöhnt.

Ich weiß ja nicht, wie das für Stadtkinder ist, aber ich bin nicht süchtig nach Lärm. Lärm ist für mich was spannendes, aufregendes - seltenes. Natürlich kenne ich Geräusche, ich höre die meisten gar nicht so wirklich - aber ein immer währender Lärmpegel würde mir auffallen. Mit der Zeit gewöhnt man sich ja an alles, vor allem wenn es etwas ganz neues ist. Aber daran will ich mich nicht geöhnen müssen - an die Zeichen der Technik. Es erinnert einen immer wieder daran, wie dicht man doch zusammen wohnen kann und wie wenig doch von dem Ursprünglichem geblieben ist. Um einen herum weit und breit kein Baum. Ein paar läppische Zimmerpflanzen vielleicht oder eine kleine Palme in einem kleinen Topf, aber was man riecht ist kein Nadelbaum, sondern Autoabgase, noch in der Luft hängender Zigarettenrauch und Müll. Und was man hört ist nicht das Rauschen des Windes und das Zwitschern der Vögel, sondern Autos, schlechte Musik und die Stimmen von tausenden von Menschen.

Nein, daran will ich mich wirklich nicht gewöhnen müssen.

Doch selbst hier merke ich immer weniger von der eigentlichen Welt - von der Natur - die einer neuen Realität weichen muss. Jeder kennt alles, doch seine Heimat ist ihm fremd.

Und jetzt möchte ich noch dringender raus und ich reiße mich zusammen. Nein, ich möchte wirklich auf die Straße - die eigentlich eine Wiese sein sollte - und ich möchte mich vor ein fremden Haus stellen und der Stille horchen, die es nur noch in einer Vorstadt gibt.

Dieses friedliche Nichts.

Diese satzlosen Worte.

Frieden.

Frieden in den Vorstädten.

Denn eine Stadt ist Krieg - Besetzung der Natur, Vernichtung von Leben - klingt das nicht sehr nach Krieg?

Ud ich schaue aus dem Fenster, doch ich kann das Schlachtfeld nicht sehen, weil eine Staubwolke die sicht verdeckt. Die Vorstadt wird auch nicht mehr lange von frieden erfüllt sein, denn schon die ersten Staubkörner setzen sich auf unseren Blumen ab und verdrecken sie. Sie lassen sie Mitwisser in dieser ekelhaften Schlacht sein.

Und wo ist dann der Frieden geblieben?