Judith tötet Holofernes - Gedicht zum Gemälde
Mein Gedicht hat rein gar nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun. Es drückt nur aus, was ich in diesem Bild sehe und wie ich mir die Szene vorstelle, ihre Leute, ihren Hintergrund. Für mich sieht Judith wie eine Lustmörderin aus, mit ihrer Dienerin im Hintergrund. Alles sieht so sanft aus…nichts außer das Messer und die Leiche erinnern an Mord.
Stiller Mord…
Ein Flüstern, wie ein sanftes Liebeslied
Doch kündigt an den Lebensdieb
Süße Stimme, süß wie der Tod
Ein heller Ton, doch dunkelrot
Der Engel mit der zarten Klinge
Kommt näher, Schritte wie Schwinge
Sein Opfer ruht im Schlaf
Ob sie seine Träume stören darf?
Er erwacht, geweckt vom Engelsklang
Sieht ihre Augen, einen Augenblick lang
Welch Ruhe in der Stille liegt
Doch etwas geschieht, das Gott nie vergibt
(Stilistischer Umbruch; nach dem Mord)
Ihr Lachen erst still
Wird laut und schrill
Das Schweigen zerbricht
Zerstört das Engelsgesicht
Die Alte schreit
“Es ist soweit!”
Das Leben ist besiegt
Und die Macht, so geliebt
Lässt dich, statt zu ruh’n
Solch Böses tun
So schwarz und dunkel
Man hört das Gemunkel
“Wer vollzog den Mord?”
Hier, an diesem Ort
Wer sitzt an des Todes Seit’
Wer ist sein gottverlassenes Weib?
Schlüsselwörter: gedicht, Kunst, Literatur
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